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Feine Gesellschaft präsentiert:

Herr D.K. + Frère

Freitag, 21. August 2020,
19:30 – 22:00 Uhr

Frére
Die Geschichte des 27 Jahre alten Bochumers Frère beginnt in den Outlands des Ruhrgebiets unter der Obhut seiner Post-68er-Eltern. Zwischen U-Bahn Stationen und schalem Bier beginnt Alexander Körner, wie Frère mit bürgerlichem Namen heißt, seinen Alltag musikalisch niederzuschreiben. Die Tristesse seiner Umwelt weiß der Musiker dabei gekonnt für sich zu nutzen: anstatt nach Depression und bedauerlichem Alltag klingen die lautgemalten Worte von Frère nach Gelassenheit und unaufgeregter Vertrautheit.

Herr D.K.
Kontemplativer Indie-Pop aus Hamburg:
Songwriter Herr D. K. mit Debut-Album ›Beleuchtet den Hintergrund‹ unterwegs »Nur weil etwas direkt ist, ist es nicht automatisch gut«, sagt Henning von Hertel. Der 26- Jährige braucht die kontemplative Schleife, um Erlebnisse und Gefühle zu verarbeiten. In seinem Projekt Herr D.K. versucht er mit seiner Musik, die zwischen Folkrock und Indiepop changiert, hinter die Strukturen zu blicken. Wo befindet man sich, und wie wir mit einem umgegangen? Wie sieht man die anderen? Und wie sieht man sich? Fragen,
die von Hertel beim Songwriting durch den Kopf schwirren. Sie lassen seine deutschsprachigen Stücke zwischen Einsicht und Draufsicht oszillieren und inspirieren dazu, die eigene, limitierte Perspektive zu hinterfragen.
Seitdem ihm mit zwölf der erste Song passiert ist, hilft ihm die Gitarre dabei. Vor drei Jahren begab sich der Hamburger mit seinem Solo-Projekt Herr D.K. aus der Deckung. Im Herbst 2018 wurde die EP ›Zwischen Uns‹ in Eigenregie veröffentlicht. Im Frühjahr 2020 folgt nun das Album ›Beleuchtet den Hintergrund‹ bei Tapete Records. Aufgenommen wurde das Album von Produzent Kristian Kühl (Leoniden, Ilgen-Nur, OK Kid) im Ton 13 Studio in Hamburg. Gemeinsam mit seiner Live-Band arbeitete von Hertel minutiös an der Klangfarbenpracht des Debüts: Da sind große Kontrabassgesten und warme Bläser auf ›Das Geschehen‹, Hawaii-Gitarren im Nieselregen auf ›Vom betroffenen M.‹, und eine leiernde Orgel, die mit funky Bassline bei ›K1‹ an entspannten Slacker-R’n’B erinnert.
In der Single ›Eingekreist‹ singt Herr D.K. über das zähe Ringen, das einer Veränderung
vorausgeht. Mit klarer, unaufgeregter Stimme. »Noch öffnen sich die Türen – nur wie lange noch?« fragt er sich skeptisch. Dazu ein präziser Basslauf über melancholischer Heimorgel und kristallinen Gitarren. Im Break umkreisen sich Gitarre, Rhodes-Piano und unterstreichen ein Gespür für stimmungsvolle Arrangements. Die Single ›Gelogen‹ ist ein schwermütiger, aber zugleich aufrüttelnder Song. Pirouettendrehende Gitarren, verwaschene Synth-Flächen und eine treibende Rhythmusgruppe schaffen einen Refrain wie man ihn nicht jeden Tag erdenkt. Passend dazu singt Herr D.K. über die Situationen, in denen es einem den Boden unter den Fü.en wegzieht und Nostalgie sich auch nur als trügerisches Trostpflaster entpuppt. Ängste, Ausbruchsfantasien und graue Vorhänge tummeln sich in den weiteren Stücken, mischen existenzielle Fragen in mitreißende Geschichten, fordern Aufmerksamkeit und werden auch mal zum zentralen Bestandteil des Songs. Es bedarf des Blickes auf das ganze Bild. Im privaten wie im politischen. Doch stets erhellt ein kleiner Lichtschein das Geschehen, der der vermeintlichen Tragik einen leisen Humor, eine kleine Hoffnung abgewinnt. Nie verharrt Herr D.K. dabei in der gleichen Perspektive, weder klanglich noch lyrisch – er beleuchtet den Hintergrund.

Foto Frére: Sebastian Grönheit